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THEATER TAIYUAN CHINA

Project: Theater

Location: Taiyuan, China

Date: 2019

Client: City Heidelberg, Germany

Architect: SPANS Sterling Presser/ SOL

Rendering: SOL

Type: Theater

Stage: Concept Design

EIN NEUES ARCHITEKTONISCHES WAHRZEICHEN FÜR HEIDELBERG

Stadtlandschaft und Geschichte verbinden sich zu einem einzigartigen architektonischen Gemälde.

Die historischen, kulturellen und geographischen Einflüsse bilden einen vielschichtigen Hintergrund für das Projekt. Heidelbergs Bildungslandschaft verfügt über eine Jahrhunderte alte Tradition mit der 1386 gegründeten Universität, die mit ihren international anerkannten Forschungseinrichtungen zu einer der renommiertesten Universitäten Europas zählt. Heidelbergs Kulturlandschaft bildet ein einzigartiges Panorama, eingebettet in die Neckarebene zwischen Rhein und Odenwald. Der Königsstuhl im Süden und der Heiligenberg im Norden bilden zusammen mit dem Neckar eine einzigartige Landschaftstopografie. Heidelbergs architektonische Komposition ist einzigartig, mit vielen ikonografischen Bauten und einem engem Bezug zur Geschichte. Die ehemalige Residenz des kurpfälzischen Kurfürstentums ist wegen ihres intakten romantischen Stadtbildes, wie dem Heidelberger Schloss, dem Philosophenweg und der barocken Altstadt, eine beliebte Touristenattraktion, da sie nicht, wie andere Städte der Region, unter dem schwierigen Wiederaufbauprozess nach dem 2. Weltkrieg litt.

Die Expansion der Stadt und ihre strategische Neuverknüpfung. Das neue Brückenbauwerk ist Teil eines größeren urbanen Zusammenhangs. Die alte Stadt entwickelte sich ursprünglich zwischen Königsstuhl und Neckar und konnte sich dementsprechend nur entlang der Rheinebene ausdehnen. Nach Auslagerung des ursprünglich in

 

Neckarbrücke als Meilenstein der neuen Stadterweiterung

Heidelberg verfügt über ein reiches architektonisches Erbe: Seine Skyline wird durch die Vertikalität der Dächer von Gebäuden und Kirchen innerhalb einer romantischen Horizontalen des Neckars und seiner Brücken bestimmt. Das neue Brückenbauwerk schafft einen klaren Bezug zum Wahrzeichen der Stadt, der Steinbogenbrücke. Sie fügt sich mit ihrer harmonisch geschwungenen Form in die Stadtlandschaft ein und setzt ein neues Wahrzeichen für Heidelberg. Die Brücke erzeugt eine klar erkennbare neuartige Identität als Teil des prägnanten Logos der Stadt Heidelberg: der Neckar, das Schloss, die alte Brücke.

Das Design für die neue Rad- und Fußgängerbrücke folgt einem harmonischen Rhythmus, der sich architektonisch in Bögen manifestiert. Es verweist auf vorhandene Formen, Farben, Materialien und Proportionen,inrespektvoller kontextueller Integration und im Einklang mit der gesamten Stadtsprache, den Wahrzeichen und Rhythmen. Das neue Brückenbauwerk feiert das Erbe Heidelbergs, indem es mit dem alten architektonischen Vokabular arbeitet.

Gelenk im Stadtraum und einzigartiger Erlebnisort

Unser Vorschlag für die Fußgängerbrücke schafft nicht nur ein funktionales Tragwerk, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit, um Verkehrsweg und Aufenthalt miteinander zu verbinden. Das 600 m lange Deck für Fußgänger und Radfahrer ist eine Abfolge verschiedener städtischer Situationen und Atmosphären: Parks, Straßenräume, kurze enge Passagen und breite Flussuferpromenaden. Die Fußgängerbrücke fungiert als „urbanes Verbindungsstück“, das eine effiziente und reibungslose Verbindung zwischen den beiden Flussufern mit Orten zum Verweilen schafft.

Die zentrale Lage des Gneisenauparks zentralisiert die Bewegung, die sich jeweils in Richtung Neckar und in Richtung Bahnstadt erstreckt. Umschlossen von den doppelläufigen Rampenabgängen entsteht ein kraftvoller Ort, der zu einer programmatischen Architektur "unter der Brücke" wird und ein neuartiges Raumgefühl erzeugt.

Der "Neckar-Arm" führt auf eine erhöhte Aussichtsplattform als Kontemplationspunkt inmitten des Flusses mit einem einzigartigen Blick auf Heidelberg und die Flussauen westlich des Stauwehrs. Der „Bahnstadt-Arm“ überspannt die belebte Bergheimer Straße und formt durch seine dynamische Form ein neues Tor in die Innenstadt. Eine zusätzliche Rampe führt zum neuen Park auf dem Dach des Betriebshofs. Von den Hochpunkten ergeben sich weite Ausblicke, die Tiefpunkte dienen als Brückenanschlüsse.

Die neue Fuß- und Radwegebrücke bietet mehr als nur ein funktionales Tragwerk. Sie wird zur neuen, vitalisierenden Infrastruktur der Stadt, die ein neues Raumgefühl erzeugt und die einzelnen Teilgebiete in einen neuen räumlich erfahrbaren Zusammenhang bringt.

SKULPTURALE UND POETISCHE DIMENSION DER BRÜCKE

Die Musik der neuen und der alten Dialoge

Der Steg ist als „Monocoque“ aufgebaut, der fließt. Seine scheinbar nahtlose und facettenreiche Form trägt zur Abstraktion der gesamten Form bei. Die Hauptgeometrie bezieht sich auf gotische Elemente aus der Heiliggeistkirche und ist das Resultat von Ablösen, Abschälen und Herstellen von mehreren Schichten. Die Rampen bilden aus dem Hauptstamm erzeugte Äste. Die Spiegelfläche, die auf der untersten Schicht verläuft, lässt das Bauwerk filigraner erscheinen. Die Brücke wird zur Skulptur, die ihre Umgebung reflektiert und sich im Wasser über dem Neckar spiegelt. Sie eröffnet eine neue poetische Dimension. Die helle Roséfarbe erinnert an die Hauptlichter und Schatten der Stadt. Der Rhythmus der Bögen schwingt mit der alten Brücke. Jedes "Infrastruktur-Instrument" spielt seine eigene Musik und spannt seinen eigenen Weg. Die fließende Bogenform und das Gesamtprofil erzeugen eine musikalische und rhythmische Komposition. Die Musik der neuen und der alten Dialoge.

Statische Konstruktionskonzepte

Die Gesamtkonzeption des Brückentragwerks basiert auf einem durchgehenden Deck welches auf „V-Stützen“ auflagert. Visuell erzeugt es ein Bild von Bögen die die Hindernisse überspannen, welche Fußgänger und Radfahrer überqueren – den Fluss, die Straßen und die Parks. Die Position der Stützen hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab und führen zu unterschiedlichen Spannweiten. Das statische Verhalten der Brücke in Längsrichtung hängt sehr stark von der Beziehung zwischen der Flexibilität der Hauptdreieckzellen und der Flexibilität der Pfahlfundamente der Bögen in Bezug auf die horizontalen Verschiebungen ab. Diese geringe Steifigkeit bedeutet, dass der Bogeneffekt „entspannt“ ist und das globale „Bogen + Balken“ -Verhalten geringere Kompressionskräfte und mehr Biegemomente erzeugt. Wie erwartet, werden durch die Verringerung des "Bogeneffekts" die dreieckigen Zellen mobilisiert, wobei das Verhalten der Brücke teilweise in einen durchgehenden Balken mit einem globalen negativen Biegemoment über zentrale Stützen umgewandelt wird, durch die Kompression in den Bögen (Streben) und die Spannung im Deck (Krawatten), wie es typisch für V-förmige starre Rahmen ist. Der Deckquerschnitt besteht aus einer 6,50 m breiten Stahlbetonbox mit geneigten Stegen und einer Betonplatte als Oberflansch.

Das Deck wird von einer Reihe von „V-Unterstützungen“ mit gebogener Geometrie unterstützt. Jedes „V“ ist ein Rahmen mit zwei Beinen in Querrichtung, mit Ausnahme der Hauptstütze im Fluss, wo die beiden Beine als ein einziges Wandelement vereint sind. Der Bogenquerschnitt ist eine Stahlbox, die der Geometrie des Decks folgt.

Das Konzept des "Abziehens" oder "Abschälens" für die Außengeometrie des Decks und des Bogenquerschnitts verbessert nicht nur das filigranere Erscheinungsbild der Schichten, sondern auch das lokale Verhalten der Stahlplatten und erhöht deren Steifigkeit. Sie wirkt wie durchgehende Längsversteifungen für die Bogenflansche und Deckstege. Die Konzeption des Stahlquerschnitts von Deck und Bögen soll die Herstellung, den Transport und die Montage der Brückensegmente vereinfachen.

Für die Montage der Deckstahlkonstruktion wird folgende Reihenfolge vorgeschlagen:

  • Fertigung von Stahlkonstruktionen in der Werkstatt und Transport zur Baustelle.

  • Montage der ersten Stahldecksegmente über den V-Stützen mit Montage temporärer Stützen.

  • Transport von zentralen Stahldecksegmenten mit Lastkähnen und Anheben mit hydraulischen Hubwerken oder Montage mit Kränen, die ebenfalls auf Lastkränen transportiert werden

Die Deckbetonplatte ermöglicht eine einfachere Montage der Oberflächen und erhöht die strukturelle Dämpfung, wodurch das dynamische Verhalten der Brücke verbessert wird. Dynamische Analysen, die im Brücken-Finite- Elemente-Modell durchgeführt wurden, zeigen, dass die Fußgängeraktivitäten zu vertikalen Schwingungsniveaus führen können, die zwar keine Gefahr darstellen aber bei Fußgängern Unannehmlichkeiten hervorrufen können.

Bei Bedarf werden Vibrationskontrollgeräte (TMD) einbezogen, um den für den Benutzer erforderlichen Komfort zu erreichen. Die Brücke ist ebenfalls nicht für von Menschen induzierte Vibrationen in lateraler Richtung anfällig, da sie keine horizontalen Moden im Bereich von 0,5 bis 1,2 Hz aufweist.

FLIESENDE ÜBERGÄNGE VON BRÜCKE ZU LANDSCHAFT

Neuenheimer Feld

Die neue Fuß- und Radwegebrücke integriert sich sensibel in die bestehende Landschaft des Neckartals und verspannt beide Uferseiten eng miteinander.

Sie stärkt die neuen Radschnellverbindungen nach Mannheim und Schwetzingen. Die fließenden Formen des Brückenbauwerks setzen sich als einzeln sich ablösende Wegebänder bis zur Theodor-Heuss-Brücke im Osten fort und integrieren sämtliche notwendigen Wegebeziehungen für Fußgänger, Radfahrer und Feuerwehr. Flusslandschaft und Brückenbauwerk werden zu einer Einheit. Ein neuer Landschaftsbalkon am Wehr und großzügige Sitzstufen aus Beton am Schiffssanleger prägen die neue Ufergestaltung.

Am zentralen Gabelungspunkt ergänzen zwei platzartige Aufweitungen mit Kiosk und Außenbestuhlung sowie eine Skateanlage das erweiterte Freiraumangebot. Bestehende Nutzungen wie die Hundewiese oder das Haus am Wehr sowie Bestandsvegetation und Uferbiotope werden wie selbstverständlich in das neue Wegekonzept eingebunden. Die Hauptwege setzen sich in farbigem Asphalt mit mineralischer Abstreu fort, Nebenwege werden in wassergebundener Bauweise hergestellt.

Auftakt Süd

Ein kleiner Auftaktplatz mit langer Sitzbank und Baumhain betont den wichtigen Anschlusspunkt und vermittelt die verschiedenen Wegebziehungen in die Bahnstadt und zum Pfaffengrund. Das begehbare Gründach des neu geplanten Betriebshofs erhält einen breiten terrassierten Treppenaufgang mit Anschluss an die Brücke.

GNEISENAUPARK

Der westliche Gneisenaupark erfährt eine markante Umgestaltung im Zusammenhang mit dem neuen Brückenbauwerk. Umschlossen von den doppelläufigen Rampenabgängen entsteht ein filigranes ellipsenförmiges Bauwerk, das einen zentralen Patio umschließt.

Abgeschirmt gegenüber Verkehrslärm und dennoch transparent und einladend. Durch die Anreicherung attraktiver Nutzungen wie Café, Info Point und Stadtteilgalerie entsteht ein neuer Schwerpunkt im Park.

Die vertiefte Intarsie rückt die Parkwiese ins Zentrum und schafft ein kleines Amphitheater mit großzügigen Sitzstufen, als Referenz zur Thingstätte. Die spiegelnde Wasserfläche kann nach Bedarf auch als Bühnenfläche aus Beton für besondere Abendveranstaltungen genutzt werden. In die wassergebundene Platzfläche werden die markanten Bestandsbäume integriert. Der umgebende Baumbestand wird soweit wie möglich erhalten und verschafft der Parkanlage eine stimmungsvolle schattige Atmosphäre, die einen interessanten Kontrast zum Brückenbauwerk bildet.